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Deutsche Umweltstiftung

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(Berlin, 02.12.2015) Hans Joachim Schellnhuber ist ein international führender Experte auf dem Gebiet der Klimaforschung. Seine jüngste Veröffentlichung "Selbstverbrennung" bezeichnet er als sein Vermächtnis. Dieses Buch ist kein weiteres populärwissenschaftliches Werk über den Klimawandel. Es ist viel mehr: Ein Erfahrungsbericht, eine Abrechnung, eine Zeugenaussage.

Und zugleich bietet es auch für Laien einen gut verständlichen Einstieg in das komplexe Thema. Das eigentlich Spannende sind darüber hinaus natürlich die persönlichen Perspektiven und Erfahrungen von Schellnhuber, die in die Schilderungen der Zusammenhänge des Klimawandels und der Ursprünge des Wissens über das Klima einfließen. Und diese sind vielfältig und tiefgreifend. Sowohl im Bereich der Wissensentstehung und der Auseinandersetzung mit den sogenannten Klimaskeptikern, die den menschengemachten Klimawandel ablehnen, als auch im Bereich der Klimapolitik.

Nach intensiven Exkursen in die Entwicklung der Klimaforschung und Klimapolitik, werden insbesondere die Hintergründe der Verhandlungen rund um die Klimakonferenzen beleuchtet. Hier wird auch der Widersinn sichtbar, wenn nach wochenlangen Verhandlungen schließlich die Staatschefs anreisen, um ein kurzes und oft sehr weichgespültes Papier zu beschließen.

Das Buch ist eine aufrüttelnde Mahnung und eine Dokumentation über die Gefahren des Klimawandels; gespickt mit Verweisen auf aktuellste Fachliteratur gibt es einen großen Überblick über Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels. Aufschlussreich sind auch die Analysen der zahlreichen Falschannahmen und Fehlinterpretationen in Forschung und Politik, die viel Zeit und Geld gekostet haben. Ganz zentral erscheint ein Satz im Kontext eines von Schellnhuber für die Weltbank erstellten Szenarios unserer Welt nach einer Erderwärmung von 4°C: „Die unmissverständliche Botschaft lautet also: Nicht die Anpassung an eine solche Welt, sondern ihre Vermeidung muss die Maxime der internationalen Politik sein!“

Diese Botschaft spiegelt einen großen Erfolg wider: Die Obergrenze bei 2° bestimmt heute die Klimapolitik, vor allem dank der unermüdlichen Überzeugungsarbeit von Herrn Schellnhuber.

Hans Joachim Schellnhuber: Selbstverbrennung
Verlag C.Bertelsmann, 784 Seiten, € 19,99
ISBN 978-3-570-10262-6

Die Auszeichnung „Umweltbuch des Monats“ wird von der Deutschen Umweltstiftung vergeben. Aus den monatlichen Preisträgern wird alljährlich im Herbst das „Wichtigste Umweltbuch des Jahres“ gewählt.

   

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